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Konzert in der Kirche 29.04.2016

03.12.2016

In der farbigen Kulisse der prachtvollen barocken Klosterkirche in Münsterlingen präsentierte die Musikgesellschaft Scherzingen am Freitagabend ihr abwechslungsreiches Kirchenkonzert. Anspruchvoll war dabei nicht nur das Programm, sondern auch die spezielle Akustik im Kirchenraum, die es dem in der ganzen Kirchenbreite platzierten Orchester unter der Leitung von Roland Betschen nicht leicht machte, einen einheitlichen Klang zu erzeugen. Dank der hohen Konzentration schaffte es der Verein aber weitgehend, die eher unterhaltsamen Stücke zu einem Genuss werden zu lassen.

Filmmusik und Schlagerhits in einer barocken Kirche, dies scheint auf den ersten Blick nicht zu passen. Doch die Auswahl der Stücke zeigte, dass zwischen Musik und Gebäude kein Widerspruch entstehen muss. Dies auch deshalb, weil die eher kurzen Kompositionen auch dynamisch auf den Raum abgestimmt waren. Dank der guten Moderation von Alexandra Hengartner konnte man das musikalisch dargestellte Geschehen sehr gut nachverfolgen. Da kamen die bekannten Melodien aus den Filmen "Forrest Gump", "Die Eiskönigin" oder "Männer, die durchs Feuer gehen" beim Publikum sehr gut an, und man war manchmal fast versucht, mitzusummen. Besonders gut in den Kirchenraum passte der Hit "A Whiter Shade of Pale", bei dem die Komponisten die Hauptmelodie bei Johann Sebastian Bachs Air abgekupfert haben. Den orgelähnlichen Klang des Hauptmotivs kennt man. Dass die Melodie aber zu einem Nummer-eins-Hit wurde, ist wohl der vielen Cover-Versionen zu verdanken, die überall auftauchten.

Während des Konzerts sorgten zwei Kleinformationen für Überraschungen, die nicht im offiziellen Programm aufgeführt waren. Da brillierte einerseits das Klarinettenregister mit einem originell arrangierten Medley aus Sousa-Märchen und andererseits überraschte eine kleine Band die Zuhörer mit swingenden Klängen zur Gospel-Melodie "Down by the riverside", wobei sogar improvisatorische Fähigkeiten erkennbar waren.

Den passenden und besinnlichen Abschluss des gut einstündigen, gelungenen Konzerts bildete das "Halleluja" von Leohard Cohen. Das Publikum bedankte sich beim Orchester mit langanhaltendem Applaus und wurde mit Roger Enders "Merci" belohnt. Dass es gar noch eine zweite Zugabe brauchte, war für den Dirigenten Roland Betschen eine echte Überraschung, und so kam das Publikum nochmals zum Genuss des "Hallelujas".

Bericht: Erwin Schönenberger